Fazit.

Vier Tage saßen wir nun am Gehsteig der Margaretenstraße, Ecke Heumühlgasse, jeden Tag von 11 bis 18h. Unserem Konzept zufolge wollten wir unser Vertrauen in den öffentlichen Raum und seine NutzerInnen beweisen, in dem wir ihnen etwas Fragiles, Schönes, Pflegebedürftiges schenkten: Ein Podest aus lose übereinander gelegten Zweigen, auf dem eine kleine Pflanze in einer Tasse steht. Nachdem Vertrauen aus einem Geben und Nehmen entsteht, wollten wir so den ersten Schritt setzten und zu einer Interaktion und Kommunikation auf der Straße einladen. Wir sehen diesen Raum schließlich als wichtigen sozialen Kontaktpunkt, in dem man durch persönliches Engagement aktiv zu einer lebenswerteren Gesellschaft beitragen kann.

In Theorie haben wir uns bereits viele Gedanken zu dem Projekt gemacht, allerdings hat uns sehr lange die praktische Ausführung gefehlt, auf die wir so lange hingearbeitet haben. Als es dann endlich so weit war, waren wir verblüfft. Die Interaktion auf und mit der Straße übertraf unsere Erwartungen vollkommen. Wir wurden bald im Raum aufgenommen, waren Teil einer Interaktion. Während wir etwas für die Allgemeinheit schufen, kam man mit Interesse, Offenheit und manchmal auch einer Tasse Kaffee auf uns zu. Unsere Podeste blieben stehen, sofern nicht die Straßenreinungung ihren Dienst versehen musste, und selbst dann wurde zumindest die Tasse gerettet.

Müssten wir unser Projekt nun mit einem Wort beschreiben, es wäre Gemeinschaft.

Daneben haben wir auch sehr viel über uns und für uns gelernt. Die vier Tage waren sehr intensiv, da wir keine Möglichkeit des Rückzugs hatten. Wir beschäftigten uns mit der Straße und die Straße mit uns. Wir kennen nun ihre NutzerInnen, ihre Rhythmen und ein paar ihrer versteckten Geschichten, die sich erst nach einer gewissen Zeit offenbaren. Podestbau ist eine ziemlich interessante Methode der Raumforschung.

Interessant war es, zu beobachten, wie die Anonymität jedes Einzelnen in der Stadt für eine kurze Zeit abgelegt werden kann. Durch unsere Konstruktionen erweckten wir genügend Interesse, um Menschen aus ihrer privaten „Bubble“  zu locken. Spannend war ebenfalls, wie der private Raum mit dem öffentlichen langsam durch gezielte Interventionen verschmelzen kann. Grenzen wurden aufgebrochen, welche davor klar, jedoch auch unsichtbar waren. Durch das Vertrauen, welches wir insbesondere mit den Anrainern vor Ort aufbauten, war es möglich, einen neuen Raum zu schaffen – einen gemeinschaftlichen Raum, wo die Anonymität der Stadt komplett verschwand – eine Art Zwischenraum.

In der Zeit haben auch wir zwei uns sehr gut kennengelernt. Nach und nach haben wir uns immer mehr erzählt und die Andere in den verschiedensten Situationen erlebt, so dass auch wir uns nun vertrauen. Durch Dialog, Interaktion und Rücksichtnahme ist zwischen uns das gewachsen, was wir uns auch im Straßenraum erhofften.

Eines lässt sich hierbei auf jeden Fall sagen: Initiativen im Straßenraum werden anscheinend doch irgendwie wertgeschätzt, man begegnet ihnen mit Rücksicht und kümmert sich darum – zumindest war es in unserem Fall so. Unsere filigranen Podeste standen angeblich auch nach einer Woche noch, was uns nicht nur sehr freut, sondern auch unser Vertrauen in die Öffentlichkeit weiter steigert. Anfangs hätten wir es ja kaum für möglich gehalten, dass eine unserer Konstruktionen länger als 24h steht, sei es wegen des Wetters oder unvorsichtiger oder unkooperativer PassantInnen, die unser Werk zerstören würden. Bei lose übereinander gelegten Zweigen wäre eine solche Zerstörung ja kein Kunstwerk.

Stattdessen haben sich Menschen aktiv unserer Arbeit angenommen, hatten ein Auge darauf, wollten Blumen gießen kommen oder deckten eine der Tassen in einer besonders stürmischen Nacht ab. So viel Hingabe hat uns überrascht und uns dazu gebracht uns noch intensiver mit unserer Arbeit vor Ort – und dem Ort selber – auseinanderzusetzen. Positive Einflüsse können sich leicht verstärken, sogar multiplizieren und genau das ist geschehen. Vieles hat unsere Erwartungen übertroffen, wobei es und eine Freude ist, dass nicht nur unsere Podeste stabiler sind, als wir es uns je gedacht hätten: Auch soziale Gefüge und Bindungen zwischen Fremden im Straßenraum sind stärker ausgeprägt, als man es vielleicht denken würde.

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Danke.

Für das Interesse. Die Unterstützung. Die Rücksichtnahme. Die Gespräche. Das Vertrauen. Die Eigeninitiative.

Angeblich stehen unsere Podeste noch immer und die Studentenblumen wachsen in die Höhe. Das freut uns sehr.

Danke für all die schönen Momente.

Tag 4.

„Komm Julius, geh’ weiter!“ (Dame zu ihrem neugierigen Dackel)

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Trotz Wind und Wetter standen unsere Podeste von Freitag und Samstag noch immer. Ziemlich beeindruckend, wie resistent unsere Konstruktion aus lose übereinander gelegten Ästen doch ist. Und auch, wie sorgsam man anscheinend mit unseren Konstruktionen umgeht.

Heute war unser letzter Tag vor Ort und wohl auch der Entspannteste. Es waren wenig Menschen auf der Straße unterwegs, wir haben nur ein paar bekannte Gesichter erblickt. Belebt war nur der Gastgarten des Restaurants gegenüber, von dem aus wir zwar gut zu sehen waren, aber anscheinend doch nicht interessant genug wirkten, um Leute dazu zu bewegen auf uns zuzugehen und mit uns zu reden. Angesprochen wurden wir heute generell eher selten und auch oft aus eher ungewöhnlichen Gründen. Eine Dame hat sich bei uns über eines der Geschäfte gegenüber beschwert – anscheinend verkaufen sie nur Staubfänger – während eine Vierergruppe uns dazu animieren wollte, für den EU-Austritt zu unterzeichnen. Dafür waren unsere Podeste ein sehr beliebtes Fotomotiv und wurden auch beiläufig kommentiert. Nur wirklich Interesse an unserem Projekt und dem Sinn dahinter zeigte heute niemand. Anscheinend ist man uns hier schon gewöhnt.

Leider war heute der vegane Shop geschlossen, weshalb auch ein Teil unserer regelmäßigen Kontakte weggefallen ist. Dafür hat uns die Belegschaft des Restaurants umso mehr überrascht: Obwohl sie aufgrund des stark überlaufenen Sonntagsbrunch sehr beschäftigt waren, versorgten sie uns doch mit Kuchen und Kaffe, den sie uns zum Modell brachten. Es war nur eine kleine Geste, hat uns in dem Moment aber wahnsinnig motiviert und gehört damit sicher zu den schönsten Erlebnissen vor Ort. Nicht nur wurden wir akzeptiert, wir fühlen uns hier inzwischen willkommen und als Teil des öffentlichen Lebens. Und das nach nur 4 Tagen.

Mehr Tage werden wir hier allerdings nicht mehr verbringen: Heute war der letzte Tag unseres „Vertrauensaufbaus“. Es war eine sehr intensive, anstrengende, erfüllende Zeit voller Überraschungen. Es ist viel passiert, dass wir uns vielleicht vage erhofft hatten, aber kaum für möglich gehalten hätten. Der Ort hat sich verändert und wir mit ihm. Jetzt brauchen wir allerdings Ruhe und Zeit, all die Eindrücke zu verarbeiten. In ein paar Tagen werden wir uns hier aber wieder zu Wort melden, da wir all das Erlebte noch reflektieren und in Worte fassen wollen. Aber jetzt heißt es erstmal Abschied nehmen.

„Auseinandergehn ist schwer, aber jeder der hier sitzt weiß das zu sehr.“ (Wanda)

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Tag 3.

„Na servas Puppal!“ („Hubsi“)

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Die erste Überraschung des Tages: Das gestrige Podest stand noch da! Und nicht nur das – es war sogar mit einem Geschirrtuch abgedeckt, damit das junge Pflänzchen keinen Schaden durch das schlechte Wetter nahm. So viel Rücksichtnahme hatten wir uns zwar erhofft, aber haben nicht damit gerechnet. Eigentlich waren wir sogar verblüfft, dass das Podest überhaupt noch vor Ort war und nicht von der MA 48 entsorgt wurde, wie es eben am Tag davor der Fall war. Stattdessen wurde es sogar umsorgt, es war jemandem Fremden Zeit und Mühe wert, was ein wunderbares Zeichen für uns war. Anscheinend kommt unsere Installation wirklich bei manchen Menschen so an, wie wir es uns erhofft hatten, aber natürlich nie objektiv einschätzen konnten.

Auch sonst war es ein sehr ereignisreicher Tag. Wir durften auf ein kleines Kind im Kinderwagen aufpassen, während seine Mutter kurz im veganen Shop war, um Taschentücher zu holen. Später kam einer der Kellner aus dem Restaurant zu uns, brachte uns eine Melange und genoss seine Rauchpause. Auch der Inhaber des kleinen Supermarktes kam wieder regelmäßig zu uns, um gemütlich eine Zigarette zu rauchen und mit uns über unser Projekt und die letzten Entwicklungen zu reden. Wenig später hatten wir sogar die Ehre, Hubsi und einen seiner Kindheitsfreunde kennenzulernen, die die Margaretenstraße schon seit den 60ern kennen und schätzen. Irgendwie dringen wir immer tiefer in das ortsgebundene Sozialgefüge ein und lernen Seiten der Margaretenstraße kennen, die uns davor verborgen waren. Auch beginnen wir, uns für den Ort verantwortlich zu fühlen. Heute ging eine Glasflasche zu Bruch, woraufhin wir ganz selbstverständlich begannen, alle Splitter einzusammeln und zu entsorgen. An sich ist das nicht so besonders, allerdings war es uns heute wirklich wichtig, den Ort schön zu hinterlassen  und zu pflegen.

Unser Projekt löst also nicht nur Gespräche aus oder sorgt für Abwechslung im Straßenraum, es wirkt auch tiefer, bei uns so wie bei anderen. Man nimmt sich unser Podest an, umsorgt uns, grüßt uns, so wie auch wir uns um den Ort und seine NutzerInnen kümmern. Es ist eine Geben und Nehmen geworden, ein Dialog und reeller Vertrauensaufbau.

Wir können es auch kaum glauben.

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Tag 2.

„Macht das überhaupt Spaß?“ (Schulkind)

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Ja, es macht Spaß. Ist lehrreich. Und wir sind mit mehr Leidenschaft dabei, als wir eigentlich gedacht hätten.

Spannend ist die Arbeit außerdem. Als wir heute Vormittag um 11h mit neuen Zweigen zu unserem Platz auf der Margaretenstraße Ecke Heumühlgasse kamen, war keine Spur mehr von unserer gestrigen Tätigkeit zu finden. Besonders überrascht waren wir darüber nicht, da die Wiener Straßenreinigung doch recht effizient und konsequent ihrem Job nachgeht. Die spannendere Frage war also, wie lange unser Podest überhaupt gehalten hat? Natürlich wollen wir nicht kontrollieren oder gar überwachen, wie Andere mit unserem Podest umgehen, aber naja.. Neugierig waren wir doch. Die Angestellten des Restaurants erzählten uns bald, dass es zumindest um Mitternacht noch stand, als sie das Geschäft schlossen. Die wahre Überraschung kam aber erst noch: Wenig später besuchte uns jemand aus dem veganen Shop und erzählte uns Verblüffendes. Nicht nur hat das Podest die ganze Nacht heil überstanden, es stand sogar bis 10h unbeschadet an seinem Platz. Nur unser Infomaterial wurde mitgenommen. Kurz nach 10h kam zwar die Straßenreinigung, hätte es aber stehen gelassen – wenn nicht ein älterer Mann die Gelegenheit genutzt hätte, um die Tasse samt Pflänzchen zu nehmen um daraufhin dem Team der MA 48 zu sagen, dass sie es nun wegwerfen könnten. irgendwie schade, allerdings hat jetzt zumindest unsere Studentenblume eine neue Heimat gefunden.

Wie man merkt, haben wir es inzwischen wirklich geschafft, uns in einem gewissen Maß in das lokale Netzwerk einzubinden, was wir so kaum zu hoffen gewagt haben. Auch PassantInnen und AnrainerInnen erkennen uns wieder, grüßen uns oder trauen sich endlich, uns anzusprechen und in Kontakt zu treten. Ein Schulmädchen, dass uns gestern schon vor der angeblichen Zerstörungswut ihrer Klassenkameraden gewarnt hat, kam wieder und wollte diesmal mehr darüber erfahren, wie wir unser Podest da eigentlich bauen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir uns heute etwas mehr in den Raum hineingewagt haben und nun nicht mehr von einer Seite durch die Glaswand der Busstation geschützt waren, dass uns heute viel mehr Menschen auf unser Tun angesprochen haben. De facto war es uns nur selten möglich, stille Beobachterinnen des Raumes zu spielen, da uns unsere Rollen als Konstrukteurrinnen und aktiver Teil des Straßenlebens uns viel mehr eingenommen hat. Leute besuchten uns, setzten sich zu uns, ließen sich alles erklären – obwohl wir nicht auf alles eine Antwort hatten. So können wir z.B. wirklich nicht sagen, aus welchem Holz wir unsere Podeste bauen, da wir die Äste im Wald gesammelt haben, wo wir sie vom Boden aufgelesen haben. Genau bestimmen konnten wir die Bäume jedoch nicht, da Biologie wirklich nicht unsere Stärke ist.

Natürlich ist Feedback meist nie rein positiv und so durften wir heute auch unser erstes genervtes „Super…“ hören. Grundsätzlich scheint unsere Arbeit aber sehr zu faszinieren, sei es die Gäste des Restaurants, die davor im Schlingerten sitzen oder kleine Kinder, die wie vom Blitz getroffen vor uns stehen bleiben und mit großen Augen unser Konstrukt bewundern. Manchmal war der Kontakt nur von kurzer Dauer, allerdings kam es auch vor, dass sich Menschen einfach zu uns setzten oder länger bei uns standen und sich mit uns über unser Thema, aber auch die Stadt im generellen unterhalten haben. Vielleicht haben wir es also wirklich irgendwie geschafft, einen Anstoß zur Kommunikation zu bauen – und damit auch den ersten Schritt in Richtung Vertrauen gesetzt.  Oder wie eine Studentin sagte: „Es führt zu Interaktionen und das ist das Wichtigste“.

Sehr schön war es auch, dass wir um die Mittagszeit von unseren TutorInnen und StudienkollegInnen besucht wurden und wir nun endlich über unsere reale Arbeit und nicht mehr nur reine Konzepte reden konnten. Die gesamte Intervention oder Performance war ja schon lange geplant und hat uns viel Gedankenkraft und Motivation gekostet, hatte aber kaum einen greifbaren Output was auf die Dauer gesehen sehr schwierig für uns war. Jetzt, wo wir die Gelegenheit haben, uns vier Tage lang unserer Arbeit im realen Raum zu widmen, ergibt vieles neuen Sinn und gewinnt dadurch an Bedeutung für uns. Nun sind wir weiter gespannt, wie sich das Projekt in den nächsten zwei Tagen entwickelt und was wir im Endeffekt daraus mitnehmen werden.

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Tag 1.

„Wo siehst’n da einen LKW? Das ist doch eine Tasse!“ (Mutter zu kleinem Kind)

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Ab 11h saßen wir heute am Gehsteig der Margaretenstraße Ecke Heumühlgasse und bauten ein Podest. Wir setzten Zweig auf Zweig, bis wir auf eine Höhe von ca. 60 cm kamen, um dann eine filigrane Tasse darauf zu stellen, in der eine kleine Studentenblume heranwächst.

Wieso? Wir wollen den Leuten eine Freude bereiten und etwas Ästhetisches im öffentlichen Raum schaffen. Raum wird produziert und reproduziert durch gebaute Umwelt sowie soziale Verhältnisse und Interaktionen, die in Wechselwirkung zueinander stehen. In diesem Kontext wollen wir die Basis für ein gemeinsames Miteinander schaffen und hoffen dadurch, dass in Folge auch auf unsere Arbeit acht genommen wird. In Zukunft wird diese durch den gesellschaftlichen Wandel, die Pluralisierung der Lebensstile sowie viele weitere Faktoren unabdinglicher denn je werden.

In den sieben Stunden, die wir heute vor Ort verbracht haben, haben wir nicht nur ein Podest gebaut, sondern auch aktiv die Basis für ein gemeinsames Miteinander gelegt. Wir haben Lächeln erwidert, Fragen beantwortet und Unterhaltungen geführt. Nebenbei haben wir auch viel Zeit der Raumbeobachtung gewidmet und die Chance genützt, einen neuen Ort so intensiv und langfristig auf uns wirken lassen zu können.

Was uns am meisten auffiel, war, dass Kinder von unserer Kunst sehr angetan waren. Viele kamen direkt zu uns, um zu fragen, was wir da taten. Ein Junge fragte uns, ob wir das Gebaute aus Ästen anzünden wollen. Des Weiteren gab es auch genug Kinder, die nur fasziniert auf die Konstruktion starrten – bis der Bus kam. Ein junges Mädchen äußerte, dass sie hofft, dass die Jungs in ihrer Klasse das Gerüst nicht kaputt machen – schließlich seien sie in einer zerstörerischen Phase.

Die meisten Erwachsenen, die uns ansprachen, wohnten in näherer Umgebung und waren daher anscheinend besonders neugierig, was da quasi vor ihrer Haustüre passiert. Ein junger Herr bot an, dass er doch ein Auge auf das Podest werfen könne – eine Dame, dass sie die Pflanzen regelmäßig gießen könnte. Ebenso fragte uns ein älterer Herr, ob wir versorgt wären und ob wir was Bestimmtes brauchen würde. Es haben sich so schon die ersten Kontakte gebildet, weshalb wir sehr gespannt sind, wie sich das in den nächsten Tagen entwickeln könnte.

Auch die Nähe zum Restaurant „Zweitbester“ und einem veganem Supermarkt wirkt sich positiv auf unser Projekt und den erhofften Aufbau einer gemeinschaftlichen Basis aus: Von beiden Seiten bekamen wir nicht nur Besuch, es wurde uns auch Wasser sowie ein wachsames Auge auf unsere Konstruktion angeboten.

Interessanterweise wurden wir nun schon am ersten Tag als Künstlerinnen erkannt, die im Rahmen der Biennale arbeiten: Ein älterer Herr, der schon unser Probemodell auf der Operngasse sah, kam sofort zu uns und ließ sich alles noch einmal genau erklären.

So ist es anscheinend der gewohnte Anblick oder die Nähe zum Wohnort, die Leute dazu bringt, uns auch tatsächlich anzusprechen und nicht nur zu schauen. Natürlich haben sich auch vereinzelt PassantInnen  bei uns erkundigt, was wir hier denn machen würden, aber die Hemmschwelle scheint doch deutlich höher zu sein.

Nach diesem ersten Tag verlassen wir die Margaretenstraße voller neuer Eindrücke und Fragen. Tag 1 wäre geschafft und wir sind gespannt, wie sich die nächsten 3 entwickeln werden. Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team, verstehen und vertrauen uns – nun hoffen wir aber auch, am Ende etwas Ähnliches über unser Verhältnis zum Ort und seinen NutzerInnen sagen zu können. Zumindest den Inhaber des veganen Supermarktes haben wir schon näher kennenlernen dürfen – er passt auch heute Nacht auf unsere Sitzpölster auf.

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